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©crizzystudio/Adobe Stock

Bye-bye, Bore-out: So macht Dein Job wieder Spaß!

Die Zeit im Job scheint stillzustehen, und Deine Fähigkeiten liegen brach? Dann ist die Rede vom Bore-out-Syndrom. Wie Du wieder Sinn und Erfüllung findest.

Das Burn-out-Syndrom kennt vermutlich jeder von uns: Es ist eine Erkrankung, bei der Personen unter zu viel Stress und Überforderung leiden. Meistens rührt der Stress vom Arbeitsleben her – zu viel Zeitdruck und zu viele Projekte auf einmal, zu wenig Zeit für sich selbst.

Das Bore-out-Syndrom hingegen entsteht durch extreme Unterforderung im Job, die teils schon chronisch sein kann! Arbeitnehmer:innen leiden unter täglicher Langeweile, weil sie keine angemessenen Aufgaben von ihrer Chefin/ihrem Chef erhalten. Durch diese Unterforderung erfahren sie eine große Belastung auf die Psyche. Viele Bore-out-Geplagte sehen sich in ihrer Arbeit nicht bestätigt und verlieren somit an Selbstwertgefühl. 

Die heutige Gesellschaft ist ein Arbeitstier!

Arbeitnehmer:innen sind heutzutage darauf trainiert, permanent gute Leistungen zu erbringen. Das fängt schon damit an, dass viele Stellenausschreibungen als Vollzeitstelle ausgeschrieben sind. Der Gedanke dahinter ist vermutlich: Wer jung ist, kann auch viel arbeiten. Wer also von vornherein sagt – „Ich möchte aber nur 30 Stunden pro Woche arbeiten“ – wird direkt als faul abgestempelt.

Jetzt gibt es aber Menschen, die viel Bock auf Arbeit haben – allerdings nicht dürfen, weil sie keine Aufgabenstellung zugeteilt bekommen. Sie können ihre Potenziale im Job einfach nicht ausleben – und das frustriert auf die Dauer!

Beim Bore-out-Syndrom gibt es zwei unterschiedliche Gruppierungen: Gehörst Du zu den Personen, die in einer kleinen Firma arbeiten? Dann ist die Auftragslage oft schwach ausgebildet, und es gibt nicht genügend Aufgaben für jede:n.

Oder gehörst Du zur zweiten Gruppe der Bore-out-Personen: Du erhältst im Job Aufgaben, die nicht Deinen Fähigkeiten entsprechen und bei denen Du Dein Wissen nicht einsetzen kannst? Das ist mindestens genauso frustrierend. 

Egal in welcher Bore-out-Gruppe Du Dich befindest: Diese permanente Unterforderung im Job ist nicht gesund, und daran musst Du schleunigst etwas ändern!

Die verschiedenen Phasen des Bore-out-Syndroms

Langweilst Du Dich in Deinem Job schon über einen längeren Zeitraum, verlierst Du immer mehr das Interesse an Deiner Arbeit? Was ja sehr schade ist, denn bestimmt gab es mal einen Zeitpunkt, an dem Du für Deine Arbeit gebrannt hast. Dieses Feuer ist schon länger aus – übrig geblieben sind nur Deine Frustration und ein Stück Resignation. 

Dadurch, dass Du im Job nichts zu tun hast, erledigst Du immer mehr private Dinge im Büro oder lenkst Dich anderweitig ab. Stets mit einem schlechten Gewissen verbunden, denn eigentlich wirst Du ja für Deine Arbeit bezahlt – und nicht fürs Nichtstun. Dieses Gefühl frustriert Dich doppelt, denn Du willst ja arbeiten – wirst aber nicht gelassen.

Deine Frustration wirkt sich zudem negativ auf Dein Selbstwertgefühl aus.

Eigentlich hast Du tolle berufliche Qualifikationen erreicht, die Du aber nicht ausleben kannst. Du fühlst Dich unsichtbar. Irgendwann fängst Du an, mit Sarkasmus und Verbitterung um Dich zu werfen, weil Dir Deine momentane Situation auf den Keks geht und sich an Deinem Status auch nichts ändern lässt.  

Durch Deine chronische Unterforderung fängst Du an, weniger Leistung zu erbringen. Wenn Du eine Aufgabe bekommst, ziehst Du diese in die Länge, um länger etwas davon zu haben. Du präsentierst das Ergebnis zum Beispiel erst Wochen später. Dass dieses Verhalten von Deinem Chef/Deiner Chefin nicht gebilligt wird, sieht man schnell daran, dass die interessanten, herausfordernden Aufgaben immer die anderen im Team bekommen, weil sie schneller zu einem Ergebnis kommen. 

Du fühlst Dich übergangen und übersehen – und stumpfst noch mehr ab. Innerlich hast Du schon längst gekündigt. Viele Arbeitnehmer:innen bleiben jedoch aus finanziellen Gründen in ihrem langweiligen Job. In diesem Stadium ist absolute Vorsicht geboten, dass die Unterforderung nicht in einer Depression mündet!

Mit diesen 5 Tipps bekämpfst Du Dein Bore-out-Syndrom!

🗣️ Situation ansprechen

Teile Deinem Chef/Deiner Chefin mit, dass Du extrem unterfordert bist im Job. Frage nach, wieso Du keine interessanten Projekte mehr erhältst und wie sich Dein:e Chef:in vorstellt, welche Aufgaben Du in Zukunft im Unternehmen übernehmen sollst.

Im schlimmsten Fall ist es vom Arbeitgeber so gewollt, dass Du der/die Erste bist, der/die die Reißleine zieht und von selbst kündigt. Wenn dem so ist, dann ist es das Unternehmen aber auch nicht wert, dass Du dort Deine Lebenszeit verschwendest.

💪 Neue Aufgaben im Unternehmen übernehmen (Job-Enlargement)

Wenn das persönliche Gespräch mit Deinem/Deiner Vorgesetzten gut läuft, dann könnt ihr euch überlegen, welche zusätzlichen Aufgaben Du übernehmen kannst. Sei es im Team oder auch in einer anderen Abteilung. Vorausgesetzt, Du besitzt die Qualifikationen dafür. Alles andere wäre kontraproduktiv. Nicht, dass Du noch vom Bore-out- in ein Burn-out-Syndrom rutschst, weil Du nur noch Aufgaben bekommst, denen Du fachlich nicht gewachsen bist.

🔎 Suche selbst aktiv nach Aufgaben

Manchmal ist die Situation im Unternehmen so angespannt, dass Führungskräfte schlichtweg nicht dazu kommen, Aufgaben zu verteilen. Selbstverständlich kannst Du jetzt sagen, dass es die Aufgabe Deiner Führungskraft ist, Aufgaben und Ziele zu delegieren und sie selbst Schuld hat, wenn sie nicht dazu kommt.

Du kannst aber auch in die aktive Rolle gehen und die Not Deiner Führungskraft zur Tugend machen und in Eigeninitiative nach Themen und Aufgaben suchen, die helfen, die Situation zu entspannen. „Spiele“ also für eine kurze Zeit selbst mal die Rolle Deines Chefs und frag Dich, womit könntest Du momentan helfen, auch wenn man Dich dafür nicht explizit beauftragt hat. Wenn Du auf Nummer sicher gehen möchtest, kannst Du ja Deine:n Chef:in noch fix informieren und fragen, ob er/sie etwas dagegen hat, dass Du Dich mit Aufgabe X beschäftigst.

Wahrscheinlich wird Dein aktives Engagement gern gesehen und zahlt sich sogar auf Deine berufliche Entwicklung aus. 

🤵‍♀️ Mehr Verantwortung übernehmen (Job-Enrichment)

Wenn es keine zusätzlichen Aufgaben für Dich gibt, dann sind eventuell anspruchsvollere Aufgaben vorhanden, bei denen nicht die Arbeit an sich wächst, sondern Deine Verantwortung. 

🧘 Nutze Deine (unfreiwillig) freie Zeit sinnvoll!

Um vor lauter Langeweile und Sinnlosigkeit nicht abzustumpfen, solltest du für mehr Lebensbalance sorgen. Suche Dir in Deinem Privatleben eine mentale Aufgabe: Fange ein Fernstudium an – entweder ein Lehrgang, der Dich beruflich weiterbringt oder eine Fachrichtung, die Dich schon immer mal interessiert hat. Schreibe ein Buch, erstelle einen Blog oder starte ein lang gehegtes Projekt. Nutze Deine freie Zeit sinnvoll und warte ab, ob sich an Deiner Situation in den kommenden Wochen/Monaten etwas ändert.

💡 Wenn nicht, dann solltest Du über einen Jobwechsel nachdenken, denn ein Bore-out-Syndrom ist definitiv keine dauerhafte Option für Dich. Deshalb empfehle ich Dir ganz klar, eine „Deadline“ zu definieren. Mach Dir Gedanken darüber, was sich konkret bis wann verändert haben soll. Sind diese Punkte zum Zeitpunkt X nicht erfüllt, zieh lieber aktiv die Reißleine, bevor Du langsam, aber sicher an dem Bore-out verkümmerst.

Hattest Du schon mal einen Job, der einfach nur langweilig war? Teile Deine Erfahrung gern in den Kommentaren.

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Kommentare

Henryk Lüderitz schreibt über Young Professionals, junge Führungskräfte, Leadership, Talente & High Potentials

Die Herausforderungen von Young Professionals kenne ich aus eigenerer Erfahrung: Bereits mit Anfang 20 war ich bei Vodafone in einem Talentprogramm. Es folgten Positionen als Projektleiter und Führungskraft. Nach 12 Jahren im Konzern arbeite ich jetzt als Trainer und Coach für Young Professionals.

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